Karneval, Fasching, Fastnacht – die bunteste Zeit des Jahres trägt viele Namen. Fest steht, dass sie viel mit Umzügen zu tun hat. Pünktlich zum Rosenmontag unser F-A-S-C-H-I-N-G-S-Umzug quer durch die Geschichte des Karnevals.

F wie Fetter Dienstag

Bevor die fünfte Jahreszeit am Aschermittwoch ihr Ende findet, wird am Faschingsdienstag noch einmal so richtig zugeschlagen. In Frankreich mardi gras, im Englischen Fat Tuesday oder Pancake Tuesday genannt, gilt es zu schlemmen, zu feiern und es sich gut gehen zu lessen, bevor die christliche Fastenzeit beginnt. Vierzig Tage lang dauert anschließend das Darben. Am Gründonnerstag vor Ostern ist es vorüber.

A wie Anscheuseln

Das Wort „Anscheuseln“ enstammt dem Sächsischen und wird mit „sich verkleiden, sich hübsch machen“ übersetzt. In fantastischen Kostümen ziehen die Menschen zum Karneval durch die Straßen. Jeder darf scheinen, was er nicht ist. Das Verkleiden zu den Festen  blieb traditionellerweise den Männern vorbehalten – so wie es heute im Süden Deutschlands, der Schweiz und Österreich bei den Krampussen und Perchten noch immer ist. Mit dem Weiberfasching eroberte sich die Damenwelt ihren Teil der Tollerei. Als elegante Verkleidung gelten die mit Gold und Perlen verzierten Venezianischen Masken, deren langer Schnabel einen unschönen Ursprung hat: Pestärzte trugen derartige Gesichtsbedeckungen, deren Schnabel sie mit duftenden Kräutern füllten, um bei ihrer unappetitlichen Arbeit vor Gestank nicht ohnmächtig zu werden.

S wie Süßigkeiten

Während der großen Rosenmontagsumzüge werfen die Maskierten von ihren Wagen aus Süßigkeiten in die Menge. Darunter kann schon mal eine ganze Schokoladentafel sein. Im Rheinland heißen die süßen Geschosse Kamelle. Das italienische Confetti bezeichnet kandierte Mandeln, die zu Festen und Feiern in kleinen Säckchen die Gäste erfreuen. Hierzulande versteht man unter Konfetti bunte Papierschnipsel, die übrigens oftmals aus ziemlich umweltunfreundlichen Plastik gestanzt werden. Beim traditionellen Zampern in der Lausitz laufen verkleidete Kinder durch die Nachbarschaft und erbitten mit Sprüchlein Süßigkeiten.

C wie Carnevals-Held

Carneval hieß der schillernde Held, dem das Kölner Narrentum seine Feierlichkeiten widmete. Er erschien 1823 auf der Bildfläche und wird bis heute mit Narrenkappe und edlem Kostüm bei den Festivitäten in Köln gehuldigt. Er entstammt einer Zeit, da das närrische Treiben in Köln geordnet und zivilisiert wurde. Im selben Jahr Geburt wurde Karneval erstmalig mit einem Festumzug gefeiert, den ein Festkommitee auf die Beine stellte. Er wird auch Fürst Carneval genannt und ist neben Jungfrau und Bauer die zentrale Symbolgestalt des Kölner Karnevals.

H wie Helau

Narrenrufe während der Fastnachtsumzüge sind lautstarke Traditionen. Deutschlandweit bekannt sind die Klassiker aus dem Rheinland „Alaaf“ und „Helau“. In Süddeutschland rufen die Teilnehmer des Umzug gern „Narri“, worauf das Publikum mit „Narro“ antwortet. In vielen Gegenden haben sich eigene Ruf-Variationen herausgebildet. So ruft man in Berlin „Hejo“,  in Würzburg-Unterdürrbach „Schnüdel Klar“, in Hamburg „Hummel Hummel, Mors Mors“, in Niederzissen „Knatsch jeck“ und in Iddenbüren „Quiekpiep“. Der Ruf Leipzigs lautet „Leila-Helau.“

I wie Internationalität

Karneval wird überall auf der Welt gefeiert. Von den pompösen Umzügen in Rio bis nach Venedig – einmal im Jahr steht die Welt farbenprächtig und ausgelassen Kopf. Ob nun erst im Mai gefeiert wird wie in Dänemark oder nach französischem Vorbild in New Orleans: Fastnacht kennt keine Grenzen.

N wie Narren

Narren sind Spaßmacher, Belustiger, Unterhalter und kritisieren mit ihrem Verhalten bestehende Regeln und Ordnungen. Der berühmeste ist wohl der kecke Stadtnarr Till Eulenspiegel, der mit seinen Streichen für Aufruhr sorgt. Der Narr symbolisiert menschliche Fehler und Schwächen. Er ist der kleine Riss in der Porzellantasse, das chaotische Element im glatten System und verbreitet gleichermaßen Furcht und Lachen.

G wie Götter

Schon vor 5000 Jahren feierte man in Mesopotamien ein siebentägiges Fest, bei dem die bestehende Ordnung außer Kraft gesetzt wurde. Herr und Sklave waren in dieser Zeit gleich gestellt, feierten gemeinsam und waren gleich geachtet – bis heute ein zentraler Punkt der Faschingsfeste. In Griechenland ehrten die Feiernden den Gott Dionysos, den Herrscher über Rausch und Ekstase. Die Ägypter ließen es für die Göttin Isis krachen, die Römer für Saturn. Ab dem Mittelalter versuchte die Kirche, das heidnische Treiben zu kontrollieren und zu verbieten, was nicht gelang, da sogar Würdenträger sich den Exzessen anschlossen.