Bei einem Umzug gibt es viel zu bedenken, denn erfahrungsgemäß ist er nicht beendet, sobald alle Möbel in der neuen Wohnung stehen. Dann geht es ans Auspacken, Installieren, Einrichten – das kann gut und gerne noch einmal bis zu einer Woche Zeit kosten. Installateure kündigen sich in variablen Zeitfenstern an, das Internet will eingerichtet werden, ebenso warten die neuen Räume auf ein wenig Wohnlichkeit. Nebenbei noch arbeiten gehen macht den Umzug schnell zu einem Zweitjob. Sonderurlaub für den Umzug zu nehmen erscheint also als lohnenswerte Option.

Wenn das Wörtchen wenn nicht wär‘. Ein Urlaub steht dem Angestellten laut Gesetz nicht zu, es sei denn er erfolgt aufgrund einer Firmensitzverlagerung oder einer Versetzung. Den Umzug auf ein Wochenende zu legen ist nicht immer möglich, deshalb sollten die Umzugspläne rechtzeitig mit dem Chef abgesprochen werden. Die Argumente liegen auf der Hand: je schneller der Umzug geschafft ist, desto eher ist man im Job wieder konzentriert und leistungsfähig bei der Sache. Transparenz ist also ein Muss: erklären Sie ihr Vorhaben und schätzen Sie möglichst realistisch ein, wieviel Zeit sie benötigen werden. So muss der beantragte Urlaub nachher nicht korrigiert werden. Geben Sie dem Chef nicht das Gefühl, den Job hintenan zu stellen, aber unterschlagen Sie nicht den Stellenwert, den das Unterfangen für Sie persönlich hat.

Eine Woche private Arbeit nach dem Umzug ist zwar eine angemessene Schätzung, allerdings können Sie wohl nur mit einer Gewährung von ein bis zwei Tagen rechnen, abhängig davon, ob sie innerorts oder außerorts umziehen. Wieviel Sie zugesprochen bekommen, hängt nicht unmaßgeblich von Ihrem Verhandlungsgeschick und Fingerspitzengefühl ab. Eine frühmögliche Ankündigung ermöglicht Ihnen vorzuarbeiten und dem Chef, Ihre Abwesenheit einzuplanen. So müssen sie kein schlechtes Gewissen haben und es entsteht nach dem Umzug kein Druck durch einen überfachteten Schreibtisch voller unerledigter Aufgaben.

Überlegen Sie bei einem Umzug mit einem ebenfalls arbeitstätigen Partner genau, was Ihnen mehr Vorteile bringt: ein gemeinsam oder ein versetzt geplanter Sonderurlaub. Kalkulieren Sie auch die Kinderbetreuung mit ein. Günstig sind natürlich Planungen im zeitlichen Umkreis von Feiertagen, um eine zusammenhängende Räum- und Einrichtungsphase zu schaffen.