Hasen, Hühner, Eier gehören ganz klar zu Ostern – aber Umzüge? Zu erst einmal die schlechte Nachricht: Unser sonst zu allem bereites Team sucht über die Feiertage nach Osternestern. Private oder Firmenumzüge können jedoch kurz vor Feiertage gelegt werden, um mehr Zeit am Stück zum Verräumen zu haben. Die gute Nachricht? Unser heutiger Text widmet sich auf vergnügliche Weise dem Thema Umzug und Ostern. Zum Schmökern genau das richtige bei nasskaltem Osterwetter.

Ostern ist – der Weihnachtsrummel sollte es nicht vermuten lassen – das wichtigste Fest der Christen. Das Wunder einer unbefleckten Empfängnis wird getoppt vom Wunder der Wiederauferstehung. Kein Wunder wiederum, dass dieser Tag mit großen Zeremonien zelebriert wird. In gewissem Sinne zog Jesus von der Erde in den Himmel um. Der unglaublichste Umzug der Menschheitsgeschichte. Osterprozessionen gedenken dieses biblischen Ereignisses. Auch hier wird um(her)gezogen. Zu Fuß, zu Pferde und kostümiert:

Am bekanntesten sind wohl die Prozessionen der Semana Santa, Heiligen Woche, in Spanien. Die Teilnehmer tragen hohe Spitzenkapuzen und symbolisieren damit ihre Bußbereitschaft. Aufwändig gearbeitete Marienfiguren werden auf einer exakt festgelegten Route am Karfreitag durch die Städte getragen. Jede Prozession weist ihre Eigenheiten auf. In Sevilla schleppen die Teilnehmer Holzkreuze, in Murcia verteilen sie hartgekochte Eier und Süßigkeiten.

In Deutschland kennt man Osterumzüge in der Lausitz. Die sogenannten Osterreiter oder Kreuzreiterprozessionen sind ein ebenfalls katholischer Brauch, der am Ostersonntag betrieben wird. Männern ist es vorbehalten, mit Frack und Zylinder heraus geputzt, auf geschmückten Pferden von Ort zu Ort zu reiten. Die Tradition ist sorbisch geprägt, weswegen Gebete und Gesänge in Orten wie Wittichenau und Ralbitz zweisprachig abgehalten werden.

In anderen Regionen Deutschlands wie z.B. der Eifel ziehen Kinder mit lauten Ratschen und Rasseln umher. Klappern heißt dieser Brauch. Das laute Klingen ersetzt die Kirchenglocken und verkündet die Osterbotschaft.  Das Gepolter beißt sich mit einem jeher verteidigten wie angefochtenem Gesetz zu Ostern, dem Tanzverbot.  Um die christliche Ruhe nicht zu stören, sind öffentliche laute Musik und Partys untersagt.

In Bayern wurde das strikte Tanzverbot gekippt, in Sachsen ist es von Karfreitag auf Karsamstag noch gültig. Das gilt auch für die Stadt Leipzig, obwohl Ordnungsämter aus „wichtigem Grund“ Ausnahmen machen dürfen. Vollkommen wurst dürfte das Tanzverbot den Berlinern sein. Es gilt nur bis 21 Uhr und in der Hauptstadt beginnt ohnehin keine Party vor um elf.

In Sachsen muss mit einem stillen Karfreitag vorlieb genommen werden – oder mit der cleveren Verlagerung auf eine Kopfhörerparty. Wie das Osterfest nun begangen wird, ob still oder laut, suchend oder findend, mit dem Ausräumen von Kartons oder auf einer fernen Insel: wir wünschen gute Erholung und schöne Feiertage. Denn auf eines verzichtet es sich an Feiertagen besonders gut: Arbeit.