Die alte Handelsstadt Leipzig zeigt, dass man nicht jung sein muss, um angesagt zu sein. Zuwanderer und Einheimische sind sich einig: Leipzig kann es in Sachen Flair und Kultur mit der Ur-Mutter der Hipness Berlin aufnehmen. Wir stellen fünf Locations der Messestadt vor, wegen denen allein sich ein Umzug lohnt. Wenn Sie sich verlieben, zögern Sie nicht, Ihre Koffer zu packen. Wir warten unten mit dem Umzugsauto auf Sie!

Der Cossi

Wer es noch nicht weiß: mit Cossi tituliert der Leipziger Plansch-, Segel- und Grillfan liebevoll den Cospudener See. Er ist nur einer der beliebten stadtnahen Badeseen um Leipzig. Und der einzige mit einem Inselbriefkasten, der wöchentlich geleert wird. Open-Airs, Kino, Drachenbootrennen – im Sommer wird der künstliche See zur Spielwiese der Leipziger Städter und auch in den kühleren Jahreszeiten lohnt sich eine Umrundung mit dem Rad. Übrigens, was dort hinten aus den Bäumen ragt, ist keine ägyptische Grabstätte, sondern gehört zum Vergnügungspark Belantis.

Die Uni

Dass Leipzig eine lebendige, politisch aktive und aufgeschlossene Stadt ist, liegt nicht zuletzt an der Uni-Aura mit ihrer langen Tradition. In der Alma Mater Lipsiensis rauchten schon kluge Köpfe wie der Goethes („Mein Leipzig lob‘ ich mir“), Lessings und Klopstocks. Die Innenstadt um den Augustusplatz wird vom Unibetrieb und seinen Studenten belebt. Nicht nur für Studenten lohnt sich eine Exkursion in die altehrwürdigen Gebäude des Campus. So erstrahlt die nach dem damaligen sächsischen Landesherren König Albert benannte Bibliotheca Albertina mit ihrer nach dem Zweiten Weltkrieg original wieder aufgebauten Architektur in neuem Glanz und auch das neue Augusteum ist schon von außen eine beeindruckende Erscheinung.

Der Auwald

Grün ja grün ist Leipzig! Tatsächlich ist an manchen Plätzen nicht ganz klar, ob hier ein Wald die Stadt auflockert, oder eine Stadt direkt dem Wald entsprungen ist. Mächtige Bäume, breite Kanäle, dicke Polster aus Buschwindröschen und im Frühjahr der durchdringende Duft des charakteristischsten Auwaldbewohners: dem Bärlauch mit seinen quietschenden Stengeln und seiner sternförmigen weißen Blüte. Der Auwald hat Platz für alle Jogger, Radfahrer, Spaziergänger und Nachtwanderer. Urig, wild und dennoch licht ist er das perfekte Naherholungsgebiet nur einen Steinwurf vom Trubel der Stadt entfernt.

Die Spinnerei

Die alte Baumwollspinnerei ist das Aushängeschild für die Kreativszene, die in Leipzig als besonders vielfältig und virulent gilt. Lokalmatadore wie Neo Rauch unterhalten ihr Atelier auf dem ehemaligen Werksgelände, das seine Pforten regelmäßig zu den großen Spinnereirundgängen öffnet.  Ein Kleinod des Ortes konnte leider vergangenes Jahr zum wirklich allerletzten Mal besucht werden: die abgefahrene Kneipe Bimbotown. Eine Narbe, die hoffentlich bald von vielen neuen kreativen Blüten überwuchert wird. Mit der Spinnerei pflegt die Stadt einen verzweigten Kreativkomplex, der als Vorbild und Nährboden für viele kleine Ableger gilt.

Die Südvorstadt

Zugegeben, langsam laufen bisher als Geheimtipp gehandelte Viertel wie Plagwitz oder Reudnitz der guten alten Südvorstadt den Rang ab. Einzigartig bleibt sie dennoch. Die berühmt-berüchtigte Karl-Liebknecht-Straße, genannt KarLi, bebt nicht nur beim alljährlichen Straßenfest. Kneipen, Kultur und ganz nebenbei noch nette bezahlbare Wohnungen – die KarLi ist die Pulsader des Viertels. Mit perfekter Verkehrsanbindung und der Nähe zum grünen Auwald ist die Südvorstadt der perfekte Ausgangspunkt für Ausflüge in alle Himmelsrichtungen Leipzigs.