„Oh, Darling! Wird alles gut gehen?“
„Klar, Honey. Wir haben doch Wüst gebucht.“

Es ist zwar keine Patentlösung, kann aber helfen: Film ab. Ein gemütlicher Kinoabend als Vorbereitung oder Trost, als Belohnung oder Ansporn. Wir zeigen unterhaltsam die Möglichkeiten, die die Filmapotheke zum Thema Umzug zu bieten hat.

Nicht nur privat, auch in Kino und Fernsehen spielt das Thema Umzug eine wichtige Rolle. Kein Wunder! Umzüge sind komplette Lebenswandel. Sie setzen Zäsuren, lassen neue Lebensabschnitte beginnen oder alte enden. Besonders für Kinder und Jugendliche, die – an ihre Eltern gebunden – im wörtlichen Sinne mitziehen müssen, ist dieser Wandel nicht nur mit Vorfreude behaftet. Neue Schule, neuer Freundeskreis, neue Selbstbehauptung. Jeder, der nicht hundertprozentig freiwillig den Wohnort wechselt, hat daran zu kauen. Da gibt’s doch auch was von Paramount!

MONUMENTAL

Fangen wir mal ganz bescheiden mit dem bekanntesten Umzug der Bibel an. Wer sich „Die zehn Gebote“ (1956) von Cecil B. DeMille anschaut, ohne einmal auf die Toilette zu gehen oder etwas zu trinken, ist für den härtesten Umzug vorbereitet. Der Hollywoodstreifen war lange Zeit der teuerste Paramount-Spielfilm. In  monumentalen Bildern und mit bis heute beeindruckenden Effekten (die Teilung des Roten Meeres), wandert der Zuschauer mit Charlton Heston als Moses und seinem Volk durch 40 Jahre Wüste. Wer das schafft, schafft auch den Umzug nach Bielefeld.

FANTASTISCH

Ein Umzug kann eine fantastische Sache sein. Das erfahren Satsuki und Mei in dem japanischen Animefilm „Mein Nachbar Totoro“ (1988). Sie entdecken bei der Ankunft im neuen Haus Rußmännchen, kleine Zauberwesen, die verlassene Häuser bewohnen. Wer erfahren will, um wen es bei bei Totoro handelt, muss wohl oder übel Popcorn kaufen und den Film ansehen. Weitere Tipps für mysteriöse Begegnungen nach dem Umzug:
Pans Labyrinth (2006), Kikis kleiner Lieferservice (1989), Gänsehaut (2015), Mein Freund Knerten (2009), Die Vampirschwestern (2012)

GRAUENVOLL

Ein Umzug kann schrecklich sein. Vor allem, wenn im neuen Haus plötzlich Poltergeister auftauchen oder Blut aus der Steckdose läuft. Wer sich die Sehnsucht nach der alten Wohnung so richtig exorzieren will, schaut einfach im komplett leer geräumten Wohnzimmer bei Regen und Nebel und ganz ohne Licht dem Autor Ethan Hawke in „Sinister“ dabei zu, wie er schlummernde Dämonen weckt. Weihwasser in der neuen Wohnung nicht vergessen! Weitere Film-Tipps zum Thema Horror-Umzüge: Don’t Be Afraid of the Dark (2010), The Hallow (2015), Poltergeist (2015), The Resident (2010)

HERZLICH

Wer hätte die Weisheit schöner verkörpern können als die knopfäugige Elfe Audrey Tautou: „Zusammen ist man weniger allein“? Endlich die erste gemeinsame Wohnung, endlich Single, endlich heulen, endlich knutschen: Gründe für Kitsch auf der Mattscheibe gibt es mehr als Papiertaschentücher auf der Welt. Und wenn er dann noch so bittersüß-französisch daher kommt wie eine Mousse au chocolat … Doch auch das deutsche Kino kann Liebe, Lust und Missverständnisse. Zum Beispiel mit 3 Zimmer/Küche/Bad, in dem der Philosophenrapper Käptn Peng alias Robert Gwisdek mitspielt. Weitere Tipps für’s Herz: Away We Go (2009), Science of Sleep – Anleitung zum Träumen (2006), Holding the Man (2015)

JUGENDLICH

Die Zicke in der Parallelklasse, der Schwarm als SitznachbarIn, neue Lehrer, großes Chaos und der Weg zu sich selbst. Das alles wird neu gemischt, wenn man umzieht. Erwachsene sind froh es überstanden zu haben, Teenies sind froh es zu haben: Das Genre Teeniefilm. Die Komödie „Frontalknutschen“ (2008) profitiert von der großmäuligen, frechen Georgia Groome und lockt vielleicht auch bei der älteren Generation pubertäre Erinnerungen. Die müssen ja nichts schlechtes sein. Mehr Rebellion, innere Kämpfe, Herzschmerz und Herzklopfen gibt es in: Tribute von Panem (2008 bis 2010), Girls Club (2004), Twilight (2008), Mit dir an meiner Seite (2010)