Für jeden, der das Hotel Mama nicht auf Lebzeit bewohnen will, kommt einmal der Schritt in die erste eigene Wohnung. Der Auszug von zuhause ist ein Schritt in die Selbstständigkeit. Dies sollte auch das Motto des Umzugs sein.

Eine eigene Wohnung bedeutet nicht nur beim Bewohnen Organisationstalent und Selbstverwaltung. Schon der Umzug ist ein Berg an Planung, der nicht ohne Hilfe zu bewerkstelligen ist. Dazu kommt die Aufregung und der Abschiedsschmerz. Keine Sorge, Heimweh und Nervosität sind normal. Um Herr der Lage zu bleiben braucht es eine solide Planung, das nötige Kleingeld und eine gute Umzugsfirma.

Die neue Wohnung

In gefragten Städten wie Leipzig oder Berlin kann die Wohnungssuche einiges an Zeit in Anspruch nehmen. Faktoren wie die Entfernung zur Ausbildungsstätte, Verkehrsanbindung oder Preis-Leistungsverhältnis bei der Miete sollten in die Überlegungen einbezogen werden.

Unsere Checklisten helfen bei der Strukturierung. Viele Details wie die sorgfältige Übergabe durch den Vormieter mit dem Vermerk eventueller Schäden oder die fristgemäße Anmeldung von Telefon, Strom und Co.  können übersichtlich abgearbeitet werden.

Der Umzug

Eine gute Umzugsfirma stellt Verpackungsmaterial von der Polsterung bis zu Kartons und speziellen Bücherboxen. Meistens bleibt bei dem Umzug in die erste eigene Wohnung viel im alten Zimmer zurück. Der Neuanfang bedeutet das Ende für die durchgelegene Matratze, den Spiegel mit den bunten Stickern und den alten Teppich. Addiert werden müssen relativ kostenintensive Neuanschaffungen wie eine eigene Waschmaschine, Kühlschrank, Fernseher und Mobiliar.

Tipp: Um den Geldbeutel akut nicht zu überlasten, die wichtigsten Investitionen zuerst machen (Bett, Küche, Kochuntensilien, Kleiderschrank) und übriges Schritt für Schritt nachkaufen. Auf Flohmärkten und in Kleinanzeigen lassen sich ansehnliche Schnäppchen schießen.

Bei einem Umzug in eine neue Stadt steht ggf. kein bestehender Freundeskreis für die Hilfe beim Umzug zur Verfügung. Im Umzugswagen finden maximal zwei Helfer Platz. Wer auf professionelles Personal verzichten will, kann im Vorhinein via Kleinanzeige nach kräftigen Schultern suchen. Allerdings besteht in diesem Fall kein Versicherungsschutz, sollte etwas zu Bruch gehen.

Zieh um und sprich darüber

Nicht nur Freunde und Verwandte freuen sich über die Info über die erste eigene Anschrift. Auch Verträge wie Telefon, Strom, Gas, Internet müssen beantragt oder neuinformiert werden. Siehe dazu der Link zum Ab- und Ummelden. Um in Zukunft wichtige Post (Banken, Versicherungen, Versandfirmen, Urlaubskarten) in den neuen Kasten zu erhalten, lohnt sich ein Nachsendeauftrag, der bei der Post günstig eingerichtet werden kann.

Um sich in der neuen Nachbarschaft bekannt zu machen, ist eine Einzugsfeier eine nette Geste, die verbindet. So lernt man die Menschen hinter den Haustüren kennen und kann hilfreiche Bande knüpfen, z.B. wenn um die Annahme von Postsendungen bei Abwesenheit geht.

Auf Nummer sicher gehen

Die erste eigene Wohnung bedeutet auch, Verantwortung in Form von Versicherungen zu tragen. An erster Stelle steht die Krankenversicherung. Kinder bis 25 Jahre sind noch familienversichert. Wer unter 450 Euro verdient, ohne sich in einem Ausbildungsverhältnis zu befinden, braucht ebenfalls keine Krankenversicherung. Bei Überschreitung des Betrages muss der Betreffende sich allerdings selbstständig bei der Krankenkasse melden – ansonsten werden Nachzahlungen fällig.

Günstige private Haftpflichtversicherungen gibt es bereits ab 50 Euro im Jahr. Versichert werden Sach- und Personenschäden, die der Versicherte verursacht. Jeder kommt einmal im Leben in die Verlegenheit, diese Versicherungshilfe in Anspruch zu nehmen. Wichtig: Überprüfen, ob über die Eltern bereits Versicherungsschutz besteht.

Sich frühzeitig um den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu bemühen birgt den Vorteil, dass man bei Abschluss im jungen Alter und gesunder Verfassung von günstigen Tarifen profitiert. Eine BU springt mit einer monatlichen Rente ein, wenn der erlernte Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht weiter ausgeübt werden kann.