Ein Haus ist das Ziel, der Hausbau der steinige Weg dorthin. Die Argumente locken: Wohnen nach eigenen Vorstellungen, ein Garten, eine sichere Altersvorsorge, ein Nest für die Familie. Bis das Häusle steht, ist es ein hartes Stück nerven- und kraftzehrende Arbeit. Nicht selten scheitern Ideale an der Finanzierung. Wir geben vier gute Tipps für die Umsetzung des persönlichen Traumhauses.

1.Gründlich vorinformieren

Der Hausbau beginnt mit der Bestimmung der Lage. Das Baugelände sollte im Vorfeld am besten mehrmals besichtigt werden. Wie viel Sonne bekommt das Gelände? Beeinträchtigt Verkehrs- oder Flugzeuglärm die Lebensqualität? Stören Gerüche (Mülldeponien, Felder, Fabriken) bei bestimmten Windrichtungen?

Der Bebauungsplan für das Gelände und das Grundbuch sind Pflichtlektüre für den verantwortungsbewussten Bauherrn. Welche Vorschriften existieren in Bezug auf Abstände zu den Grundstücksgrenzen, die Maximalhöhe oder Form des Gebäudes? Gibt es Wegerechte oder Hypotheken zu beachten? Gründliche Vorinformation verhindert ein finanzielles Fiasko.

Seit 2016 gelten für die Energieeffizienz von Häusern strengere Vorschriften. Dämmung und Heizung müssen höheren Standards entsprechen. Die Steigerung der Effizienz liegt zwischen 10 und 20 Prozent. Es handelt sich dabei um Vorgaben, die erfüllt werden müssen. Das rechnet sich natürlich langfristig, ist beim Bau aber teurer und muss einkalkuliert werden.

2.Wunschvorstellung und Realität abgleichen

Beim Wort „eigenes Haus“ ploppt in jedem Kopf ein anderes Traumschloss auf. Vom idyllischen Bauernhaus bis zur Design-Villa. Wer klug plant und keine unrealistischen Ziele ansteuert, fällt während des Hausbaus nicht auf die Nase. Bedarfsgerechtes Bauen ist das Schlüsselwort. Beispielsweise kann der Verzicht auf einen Keller, Erker und Nischen oder wenige Quadratmeter Grundstück Einsparungen im Wert eines Mittelklassewagens bedeuten.

Ein Hausbau ist eine perspektivische Angelegenheit, bei der Zukunftsszenarien diskutiert werden sollten. Was geschieht mit Hausaufgaben- und Spielzimmer, wenn die Kinder irgendwann ausgezogen sind? Der Verzicht auf gewisse Ansprüche bedeutet Einsparungen, die das Budget schonen. Je konkreter die Vorstellung vom fertig gebauten Haus, desto geringer die Chance, enttäuscht zu werden.

3.Puffer bei der Finanzierung einkalkulieren

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Unerwartete Kosten lauern selbst bei schlüsselfertigen Häusern. Um nicht ins Straucheln zu geraten, sollten die Kosten beim Hausbau großzügig kalkuliert werden. Verzögerungen im Bau, eine Doppelbelastung durch parallel gezahlte Miete, die bauliche Erschließung des Grundstücks, der Erwerb von fehlenden Genehmigungen, der Rat von Experten … Pannen und unvorhergesehene Investitionen sind keine Ausnahmen.

Steht das Haus, darf die Inneneinrichtung nicht unterschätzt werden. Vom Fußboden bis zur Bad-Armatur ist es erfahrungsgemäß wie immer im Leben: Das Schönste ist das Teuerste. Damit das Haus den erhofften Wohlfühlfaktor bietet, sind derlei ästhetische Entscheidungen nicht unerheblich und sollten dementsprechend abgewogen werden.

4.Nicht selbst überschätzen

Arbeiten beim Hausbau in Eigenregie durchzuführen lockt als probates Mittel, um Kosten einzusparen. Die sogenannte Muskelhypothek ist ein häufig überschätzter Sparpfennig. Ein Hausbau ist ohnehin ein Kraftakt, der neben Job, Familie und Freizeit gestemmt sein will. Natürlich müssen nicht alle Arbeiten an Profis delegiert werden. Es gilt, weise auszuwählen. Ist für die komplizierte Bauform ein Architekt vonnöten? Lohnt sich die Beauftragung von Handwerkern, um das Haus schneller bezugsfertig zu machen? Hält das Nervenkostüm einem Umzug in Eigenregie stand oder sorgt ein Profi-Umzug für Entlastung?

Bei allem Ringen um Einsparungen darf nicht vergessen werden, zu welchem Ziel alle Mühen führen sollen: Einem klug geplanten und solide umgesetzten Haus, das über Jahrzehnte inneren und äußeren Stürmen trotzt.